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Hainsacker

Überörtliche Bedeutung hatte der Ort nur durch den Sitz der Pfarrei und eines Gerichtes.
Heute gehört Hainsacker zum Markt Lappersdorf und ist mit 2.349 Einwohner der größte Ortsteil des 12.575 Einwohner großen Marktes am Standrand von Regensburg.
Die auf dieser Seite beschriebenen Baudenk- oder Kleindenkmäler finden Sie auf unseren Wanderstrecken oder etwas abseits davon.
1224 Erste Erwähnung des Ortes in einer Urkunde
1368 Die Pfarrei wird dem Kloster St. Emmeram in Regensburg einverleibt
1423 Wird das Gericht Hainsacker am Aichenforst genannt
1433 Hainsacker ist im Kapitelverband Schwandorf
1504 Hainsacker gehört zum Herzogtum Pfalz Neuburg
1542 Hainsacker ist von 1542 bis 1613 lutherisch, dann wieder katholisch
1565 Hainsacker zählt 177 Untertanen
1591 Die Pest wütet in Hainacker
1599 Erneut bricht die Pest aus
1636 Augustinermönche aus Regensburg übernehmen die Seelsorge in Hainsacker
1738 Baubeginn der Pfarrkirche
1742 Weihe der Pfarrkirche
1790 Die Augustinermönche werden durch weltliche Priester in der Seelsorge abgelöst
1799 Neubau eines Schul- und Mesnerhauses
1811 Der Ort Kaulhausen wird gegründet.
1929 Der alte Ortskern wird erweitert. Die erste Siedlung entsteht
1960 Die Steinbuckelsiedlung entsteht. Weitere Neubaugebiete werden erschlossen
1978 Gebietsreform Lappersdorf, Kareth und Hainsacker bilden die Großgemeinde Lappersdorf
1997 Lappersdorf wird zum Markt erhoben

Hainsacker 1956

Bereits die Pfarrkirchenbeschreibungen des Bistums von 1326 und 1350, dann diejenigen von 1438 bzw. 1482 und von 1666 enthalten Hinweise auf frühere Kirchenbauten in Hainsacker. Eine Vorstellung von der 1737 wegen der anwachsenden Dorfbevölkerung abgebrochenen, früheren Kirche gibt die Skizze eines Grundrisses von 1613 und das Gemälde des jetzigen Hochaltars. Zwischen 1737 und 1742 wurde die neue Kirche zu Ehren des hl. Ägidius gebaut und am 2.9.1742 eingeweiht.
Beim Betreten überraschen der Reichtum und die Gediegenheit des lnnendekors. Das Altarblatt des original erhaltenen Hochaltars wird von zwei gedrehten und vier glatten Säulen mit reichem Rahmenwerk frankiert. Das Altargemälde stellt den hl. Aegidius, den Kirchenpatron, dar, wie er von der Heiligsten Dreifaltigkeit zum Patron der Kirche und der Pfarrgemeinde durch die Übergabe eines Bildes mit der Dorfansicht (um 1730) bestimmt wird. Der Heilige ist umgeben von Pfarrangehörigen in der ländlichen Kleidung der damaligen Zeit. Links und rechts vom Altargemälde je zwei überlebensgroße Apostelfiguren (innen: Petrus und Paulus, außen: Bartholomäus und Johannes). Der rechte Seitenaltar zeigt im Altarblatt den Tod des hl. Josef, zwei kleine Bilder stellen die Schmerzensmutter Maria und den dornengekrönten Jesus dar. Das Altarblatt des linken Seitenaltars zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Die frankierenden Apostel: Andreas (Kreuz) und Jakobus d.A. (Pilgerutensilien).
Im Langhaus sind die Bilder des neubarocken Kreuzweges und in Nischen oder auf Konsolen zwischen den Pilastern die Figuren des hl. Leonhard, der Maria Immaculata (um 1770), des hl. Wendelin (rechts), des hl. Bruders Konrad, des hl. Benedikt, des hl. Sebastian, des hl. Erzengels Michael und des hl. Florian (links). Rechts neben dem nördlichen Kirchenausgang in einer Nische: die gekrönte Figur von Maria auf der Mondsichel, wie sie mit beiden Händen das Jesuskind hält, das sich mit ausgebreiteten Armen den Gläubigen zuwendet, in der rechten Hand die Weltkugel (um 1500).
Das große Deckenfresko im Hauptschiff erzählt die Legende: der Einsiedler Ägidius wird durch Herzog Wamba und seine Leute bei der Jagd einer zum Gottesmann flüchtenden Hirschkuh aufgefunden. Darüber die Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit und musizierende Engel. Die Medaillons zwischen den Stichkappen des Langhauses erinnern an Szenen, in denen Ägidius als Helfer und Fürsprecher tätig wird (links für Schwangere, Sterbende und Schiffbrüchige, rechts für Kranke, Behinderte und Lahme). Das rückwärtige Deckengemälde verweist auf die Gründung der Herz-Jesu-Bruderschaft durch Pfarrer Max Haueisen (1932). Die Medaillons in diesem Anbau zeigen die vier abendländischen Kirchenlehrer: Hieronymus (Löwe), Ambrosius (Buch), Gregor d. Gr. (Heiliger Geist), Augustinus (Herz). Feine Ornamentmalereien in den Stichkappen des Langhauses und im Presbyterium aus der Bauzeit wurden 1987 wieder entdeckt, freigelegt und nachgemalt. Die (z.T. wieder entfernten) Farbfenster (um 1900) stellen dar: den hl. Augustinus, den hl. Georg, die hl. Elisabeth, den hl. Wolfgang, die hl. Teresa von Avila. Das Deckengemälde im Altarraum (über der Ewig-Licht-Ampel und der Rosenkranzmadonna am Choreingang) zeigt den hl. Aegidius, wie er in Gegenwart des Königs Karl Martell und seines Gefolges das Messopfer feiert. Ein Engel legt einen Zettel, worauf die Sündenschuld des Königs geschrieben ist, auf den Altar – mit der Einladung zu Buße und Umkehr. Das Bild motiviert die feiernde Gemeinde von heute zu gleichem Tun und Vertrauen.

Die Bismarcksäule
Idyllisch gelegen am Rande einer Lichtung
1890 wurde die Säule von Offizieren des 11. Bayerischen Infanterieregiments Von der Tann gebaut, das zur damaligen Zeit in den Wäldern rund um Hainsacker Manöver und Übungen abhielt Die Säule ruht auf einem vierstufigen Unterbau. Auf der Vorderseite ist ein Bismarckwappen in Eisen angebracht. Darüber wurde zu einem späterem Zeitpunkt ein Metallkreuz angebracht, das wahrscheinlich an einen Selbstmord erinnert.


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